Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.
Ihre Pfarrerin Annette Kalettka

Liebe Mitglieder unserer Kirchgemeinden,

Es ist noch nicht so lange her, vielleicht erinnern Sie sich an die Pressemitteilungen? Ein Mann musste sich vor Gericht verantworten. Im Verlauf seines Prozesses stellt er den Antrag, das Kreuz von der Wand des Sitzungssaales zu entfernen. Er bekenne sich nicht zum christlichen Glauben und der Anblick des Kruzifixes sei ihm zuwider. Der Richter gibt dem Antrag statt.

Einige Zeit später in einer bayrischen Kleinstadt: eine Mutter weigert sich, ihre drei Söhne weiterhin zur Schule zu schicken, wenn in den Klassenzimmern die Kreuze nicht abgehängt würden. Sie wolle ihren Kindern nicht zumuten, dauernd ein solch schauriges Bild vor Augen zu haben.

Solche Anträge mehren sich, den Medien sind sie kaum noch der Erwähnung wert.  Was veranlasst solche Proteste? Ist es Streitlust oder Kirchenhass. Ich denke, nicht unbedingt. Sie wiederholen etwas, das es schon einmal gab, als das junge Christentum in die Öffentlichkeit trat. Da galt es als peinlich und geschmacklos, sich zu einem Gott zu bekennen, der zuerst als hilfloser Säugling in Windeln geboren wurde und dann am Kreuz sein erschreckendes Ende fand. Die christliche Botschaft hat einen Toten am Galgen in ihrer Mitte, welch ein brutales Symbol. Das könnte das Ärgernis der Mutter und jenes Mannes im Gericht sein. Haben sie im Grunde nicht recht mit ihrem Protest? Vielleicht, Vielleicht aber auch nicht, denn der Glaube an diesen Jesus von Nazareth ist stark geblieben. Er birgt eine geheimnisvolle Macht der Ohnmächtigen, die auch den römischen Kaiser Konstantin schließlich ahnen ließ, dass das Kreuz das Markenzeichen sein würde, unter dem er siegen würde.

Die christlichen Gemeinden bildeten in den ersten zwei Jahrhunderten den Gekreuzigten nicht ab. Scham und Schande, Schmerz und Angst war mit diesem gefürchteten Instrument der Hinrichtung verbunden. Jesus wird gezeigt als der Hirte mit dem Schaf über der Schulter oder als der Auferstandene, der sein Grab für alle Zeiten verlassen hat. Erst durch die Erfahrung, Opfer zu sein, wurde das Zeichen der Schande zum Zeichen der Würde. Es ist ein Symbol mit zwei Gesichtern: von abstoßend und schön, von Schein und Sein, von oben und unten mit der Erkenntnis, dass der Skandal, das Ekelhafte, Angstbesetzte überwunden und schließlich zur Quelle der Kraft werden kann.

Kann das Kreuz uns heute helfen? Der Mensch wird erst dann ganz Mensch, wenn er das Angstbesetzte anschauen lernt. Schmerz und Krankheit lassen uns über das eigene Schicksal nicht erhaben erscheinen. Das Matthäusevangelium lässt uns erahnen was es meint, wenn wir lesen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hier wird die Klage laut, die im Leiden viele Menschen zu Gott sprechen lassen: „Warum hast du mich verlassen? Warum bist du nicht nah? Warum lässt du das zu?“ Dann ist es so weit mit uns gekommen, dass wir nicht aus uns selbst heraus das Leben führen können und was wir uns wünschen erreichen. Wenn uns Leid widerfährt oder das Leben uns schlägt, dann sind wir sprachlos. Es lässt sich schwer an, über das eigene Unvermögen zu berichten. Wir werden hilflos und es fehlt die Souveränität, mit der wir gern im eigenen Leben stehen. Wenn es so weit kommt, dann fühle ich eine Bedürftigkeit und bin angewiesen auf etwas. Manchmal können wir nicht in der Ganzheit und in der Unversehrtheit leben, dann sind wir Fragment. Es fehlt uns etwas. Es ist gut zu wissen, dass ich mich nicht selber bezeugen muss, dass meine Kraft nicht immer da sein muss, dass ich nicht alles kann. Dafür steht für mich das Kreuz. Ich kann mich zu Jesus hinbegeben, mich ihm anvertrauen, ich muss mich ihm nicht rechtfertigen. Ich muss nicht die Gesündeste, die Stärkste, die Erfolgreichste sein. Die Ganzheitszwänge steigen da, wo der Glaube schwindet. Es ist zu wenig, wenn ich nur bei mir selber aufgehoben bin.

Diese beiden Seiten des Kreuzes gibt es! Zum einen das Folterinstrument, das uns das Leid der Menschen auch heute noch vor Augen führt, und zum anderen das Hoffnungssymbol, das Jesus uns zur Seite steht in allem was wir sind und tun.

Der Karfreitag nimmt das Kreuz in den Blick. Er betont die Klage und die Trauer. Jesus wurde als Gotteslästerer und Unruhestifter an den römischen Statthalter Pontius Pilatus ausgeliefert, der ihn zum Tod verurteilen sollte. Der fand keine Schuld an ihm, ließ ihn aber aufgrund des öffentlichen Drucks auf Golgatha einem Hügel vor der Stadt Jerusalem, kreuzigen. Das genaue Todesdatum ist umstritten, die meisten Forscher gehen vom 14. Nisan des Jahres 30 aus (10. April). Jesus starb, so sagt es die Bibel, „um die neunte Stunde“. Das entspricht 15 Uhr. Daher finden am Karfreitag viele Gottesdienste und Andachten um die Zeit am Nachmittag statt. Orgel und Glocken schweigen, der Altar ist leer, die Kerzen werden gelöscht. Das grausame Ende des menschgewordenen Gottes wurde drei Tage später, aus der nachösterlichen Perspektive, zum Hoffnungsgrund für Christen: Es gibt uns die Gewissheit, dass Gott keine entrückte, fremde Macht ist, sondern auch unseren größten Schmerz kennt, unser tiefstes Leid, ja selbst das dunkelste Gefühl der Gottverlassenheit. Der auferweckte Gekreuzigte ist das radikalste Unterscheidungsmerkmal des Christentums zu anderen Religionen. Für die einen eine Torheit, für die anderen Gewissheit des Heils: Dieser Gott ist wirklich stärker als der Tod. Das Kreuz ist ein sichtbares Zeichen dieser Geschichte und wird bis heute verehrt. Bis jetzt können wir es nicht ganz wegdenken, auch wenn es viele Diskussionen darum gibt.

Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Karwoche und ein gesegnetes Osterfest

Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana

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Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Maria Theresia Rentzing und ich wohne seit einem halben Jahr in Dresden Coschütz. Bis Ende des Sommers 2016 war ich Pfarrerin in Markneukirchen und Landwüst. Dieses kleine Dorf mit einer Kirche auf dem Berg ist im äußersten Zipfel von Sachsen, nur 3 Kilometer von Tschechien und wenige Kilometer von Bayern entfernt. Dort, in der kleinen Dorfkirche und auch in Markneukirchen, waren wir oft im Einsatz, mein Mann zu 100 % und ich zu 50 % (was immer das auch heißen mag). Und nun sind wir plötzlich in einer großen Stadt und doch nahe am Dorfkern Coschütz, also wieder angenehm und ruhig. Bis heute, den 3. Februar war ich an der Philosophischen Fakultät der TU Dresden und studierte 3 Monate Katholische und Evangelische Theologie.

Nun beginnt also mein Dienst bei Ihnen und ich wollte diesen Dienst ausdrücklich unter das Thema „Liebe“ stellen. Ich bin gespannt auf Sie! Bis bald!

Maria Theresia Rentzing

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