Jahresthema: „Bewahrung der Schöpfung“

WASSER

DU lässest Wasser in den Tälern quellen,

dass sie zwischen den Bergen dahinfließen,

dass alle Tiere des Feldes trinken und das wild seinen Durst lösche.

Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen unter den Zweigen.

Du feuchtest die Berge von oben her,

du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.  Psalm 104, 10ff

Wie dankbar sind wir in diesem Jahr für den Regen. Doch die Wasserreserven sind immer noch nicht da, wo sie sein müssten. Unser Umgang mit Wasser braucht Verantwortung. Der Klimawandel verursacht Dürreperioden und Überschwemmungen. Wassermangel treibt die Menschen aus ihren Lebensbereichen. Der Mangel ist eine wesentliche Ursache für Menschen zu fliehen. Auch wenn wir nicht direkt betroffen sind, haben wir dennoch Anteil an der Situation und können mit kleinen bewussten Schritten für Veränderungen sorgen. Hier einige Möglichkeiten:

  1. Duschen statt baden. Beim Baden verbrauchen wir viermal so viel Wasser.
  2. Beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen lassen!
  3. Spülmaschine und Waschmaschine nur in Betrieb nehmen, wenn sie wirklich voll sind.
  4. Wasser sammeln beim Gemüsewaschen u.ä. und damit die Blumen gießen.
  5. Regentonnen im Garten aufstellen.
  6. Sauberkeitsideale hinterfragen. Oder so wenig Reinigungsmittel wie möglich benutzen, um das Wischwasser zum Gießen zu verwenden.
  7. Autowäsche erledigt ein kräftiger Regenschauer

Was gehört nicht ins Abwasser? – Speiseöle und Fette; Desinfektionsmittel; Chemikalien, Medikamente; Farben und Lacke. (14.07.2020)

Annette Kalettka

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In unseren Gemeinden wollen wir in diesem Jahr unsere Umwelt/ die Natur/ Gottes Schöpfung als Thema in den Blick nehmen. Ja, wir schließen uns da einerseits dem aktuellen globalen Trend an. Anderseits ist es nichts Neues. Kirchen weltweit betonen dieses Thema seit Jahrzehnten. In der ehemaligen DDR waren es die Umweltgruppen aus kirchlichen Kreisen, die inoffizielle Informationen und Fakten weiter gaben, die in ihren Gruppen über die Umweltzerstörung aufklärten und bewusst ökologisch und fair wirtschafteten. Ich erinnere an den Konziliaren Prozess der DDR-Kirchen, der die Themen „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ theologisch vertiefte und in den einzelnen Gemeinden verankerte. Hier wollen wir anknüpfen.
Einige Ideen haben wir für dieses Jahr im Blick:
In unseren Gemeinden gibt es viele Imker. Mit ihnen wollen wir ins Gespräch kommen und überlegen, wo es sinnvoll ist, Wildbienen und andere Insekten anzusiedeln. Auf unseren Pfarrgrundstücken stehen viele Obstbäume. Das Obst soll geerntet und verarbeitet werden. Dazu kommen die Pflege der Bäume und das Pflanzen neuer Bäume. Hier wollen wir Obstsorten bevorzugen, die in unserer Region nur noch selten zu finden sind. Unsere Kirchenwälder müssen aufgeforstet werden. Hier geht es nicht um Forstwirtschaft, sondern um Wälder. Welche Misch- und Nadelbäume sind geeignet? Welche Bäume gehören in unsere Klimazone und werden sich durch den Klimawandel bewähren?
In unseren Gemeindekreisen und Gottesdiensten, auf Rüstzeiten und in Zusammenarbeit mit kommunalen Kreisen und Gruppen wollen wir das Thema vertiefen. Dazu gehören nicht nur Aktionen, sondern auch spirituelle Übungen. Reservieren Sie sich in den kommenden Wochen folgende Tage zum Thema:
07. April – Weltgesundheitstag, Gesundes Leben für alle
22. Mai – Tag der Artenvielfalt

Veränderungen beginnen im Inneren. Unsere Einsichten, unsere Lebens- und Glaubenssichten befragen wir mit biblischen Texten, die Gottes schöpferische Kraft in den Mittelpunkt stellen. Konkrete Alltagsschritte verbinden wir mit Glaubenssätzen.

Allmächtiger Gott, der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist und im kleinsten deiner Geschöpfe.
Der du alles, was existiert, mit deiner Zärtlichkeit umschließt, gieße uns die Kraft deiner Liebe ein, damit wir das Leben und die Schönheit hüten.
Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, dass wir Schönheit säen und nicht Zerstörung.
Rühre die Herzen derer an, die nur Gewinn suchen auf Kosten der Armen und der Erde.
Lehre uns, den Wert von allen Geschöpfen zu entdecken und voll Bewunderung zu betrachten:
Zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind mit allen Geschöpfen.

„Gebet für unsere Erde“ aus: Laudato si, die Umweltenzyklika des Papstes,
Herder Verlag 2015, S. 245-246

Pfarrerin Kalettka

(26.02.2020)

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