Orgelkonzert „GEH AUS, MEIN HERZ“

Datum/Zeit
Sonntag, 25.07.2021, 16:00 Uhr

Veranstaltungsort
Possendorf


Orgelkonzert „Geh aus, mein Herz“ am Sonntag, 25. Juli 2021, 16:00 Uhr, in der ev. Kirche zu Possendorf

An der Jehmlich Orgel spielt Robert Seidel, Radebeul

Programm: (Programm als PDF-Datei)

Johann Sebastian Bach                              Toccata in d, BWV 565.1

Begrüßung

Johann Sebastian Bach                              Pièce d’Orgue (Fantasia in G), BWV 572

Ludwig van Beethoven/arr. Herwig Peychär   Fünf bekannte Stücke für Orgel überarbeitet

  1. Thema aus dem1. Satz der 5. Symphonie
  2. Albumblatt „Für Elise“
  3. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre
  4. Rondo a capriccio („Die Wut über den verlorenen Groschen“)
  5. Freude schöner Götterfunken (Thema des Schlusschores der 9. Symphonie)

Gottfried Fischer                                       Ein muskalischer Scherz für Orgel über „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (nach Wolfgang Amadeus Mozart)

Geistliches Wort

Eigene Pop-/Jazz-Arrangements:             Bohemian Rhapsody (Queen)

Let it be (The Beatles)

Alt wie ein Baum (Puhdys)

Locomotive Breath (Jethro Tull)

Gebet und Segen

Johann Sebastian Bach/Enjott Schneider       Ataccot

 

Bitte schalten Sie Ihr Mobil- und Taschentelefon aus. Viel Freude beim ungestörten Hören.

 

Zum Programm

Der Titel des heutigen Programmes lautete in seiner Erstkonzeption „Musik zwischen Kitsch und Klassik“. Nach den langen und auch kulturellen Entbehrungen der letzten Monate aufgrund der (leider immer noch aktuellen) Corona-Pandemie sollte damit der Versuch unternommen werden, Bekanntes mit Interessantem und ggf. Neuem zu einer stimmigen Einheit zu verbinden.

Damit ist klar, dass das wohl bekannteste Orgelwerk das Programm eröffnen muss: Johann Sebastian Bachs „Toccata in d“.

Dem folgt das nicht weniger bekannte 3teilige „Pièce d’Orgue“, ebenfalls aus Bachs Hand. Der erste Teil ist ein Très vitement („Sehr schnell“) überschriebenes Manualsolo im 12/8-Takt, dem ein fünfstimmiger Satz folgt, der vor allem durch seine harmonische Kühnheit mit zahlreichen Vorhalten geprägt ist und auf französischen Vorbildern (Grand plein jeu) beruht. Der dritte Teil besteht wieder aus arpeggierenden Manualläufen in 32tel-Sextolen, begleitet von chromatisch absinkenden Pedaltönen; ursprünglich mit Lentement („Langsam“) überschrieben, fehlt eine Tempobezeichnung in Bachs Endfassung. Aus diesem Grund wählt der heutige Interpretationsansatz statt einer dramatischen Schlusswirkung einen ruhigen, nachdenklichen Ausklang.

Das Orgelwerk Ludwig van Beethovens ist marginal im Vergleich zu seinem anderen Schaffen und begrenzt sich (wie bei allen drei Wiener Klassikern) auf Werke für die Orgelwalze. Anders als W.A. Mozarts f-Moll Fantasie (KV 608) konnten sich Beethovens „5 Stücke für eine Flötenuhr“ im Konzertrepertoire nicht durchsetzen; wohl aber Bearbeitungen anderer Werke.

So sind die fünf heute in einer Bearbeitung für Orgel erklingenden Werke Beethovens ein kleiner Einblick in das berühmte Schaffen dieses Wiener Meisters.

Anschließend folgt der beliebte Klassiker von Gottfried Fischer (ehemals Kantor an der Apostelkirche Dresden-Trachau): die Bearbeitungen des Paul Gehrhardt Liedes „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ im Stile, besser gesagt mit „musikalischen Anleihen“, Wolfgang Amadeus Mozarts.

Dem „klassischen Repertoire“ sich anschließend erklingt eine kleine Auswahl bekannterer Lieder der Popularmusik – zeigend wie stilistisch vielseitig jede Orgel sein kann.

Mit Enjott Schneiders „Ataccot“ schließt das heutige Konzert. Es ist eine Bearbeitung der Toccata in d Bachs, die retrograd (rückwärts) erklingt. Damit wird das Konzert von Bachscher Musik gerahmt und gezeigt, dass Bachsche Musik (fast) immer gut klingt, auf unterschiedlichen Instrumenten und manchmal eben auch andersherum.

Vita

Robert Seidel ist als Chorleiter, Organist und Sänger tätig und gestaltet regelmäßig Gottesdienste, Konzerte und Musikalische Vespern in den Kirchen seiner Heimatregion.

Geboren und aufgewachsen in Dresden, war Robert Seidel Mitglied des Philharmonischen Kinderchores sowie des Dresdner Kreuzchores, anschließend studierte er Schulmusik und Geschichte.

Nach Tätigkeiten im Event- und Tourismus begann im Jahr 2016 eine sich intensivierende kirchenmusikalische Zusammenarbeit mit dem Kantor der Lutherkirchgemeinde Radebeul, Herrn KMD Gottfried Trepte. Seit September 2016 obliegt Robert Seidel ebenda die Leitung des Chores „Sing my Soul“ und der Gemeinde-Band, seit Januar 2020 die musikalische Ausgestaltung der Kasualien.

Seit 2017 studiert er in Dresden Kirchenmusik (B). Mit dem Schuljahr 2020/2021 wirkt er hauptamtlich als Musiklehrer an der Freien ev. Schule in Coswig/Sachsen.