Wort an die Gemeinde

Minuten bei Gott – Gebet und Betrachtung in der Coronakrise

(26.03.2020)


Gebet in der Coronakrise

Gott, wir bringen dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politiker*innen und Mitarbeitenden der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre du sie mit deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Pandemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wie irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können. Dass Du allein ewig bist. Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Wir vertrauen Dir.

Amen

Johannes Hartl, Gebetshaus Augsburg

(16.03.2020)


Fürbitten des Lutherischen Weltbundes angesichts der Verbreitung von COVID-19 finden Sie hier.


Liebe Gemeinden im Kirchspiel,

der Monatsspruch für den Monat März ist  ganz kurz und lautet: „Jesus Christus spricht: Wachet!“ 

Wachet! bzw. Wachet auf! So werden wir auch von den Umweltschützern gewarnt.
Wachet über den CO2 Ausstoß und damit über das Klima! Wachet über die Ressourcen! Lebt nachhaltigg  und  spart  Energie, damit eure Kinder  auch noch ein normales Leben führen können, so hören wir es oft. Ein großes Thema in unseren Tagen ist die ökologische Debatte. Auch in unserem  Kirchspiel wollen wir uns in diesem Jahr mit dem Thema Bewahrung der Schöpfung und Nachhaltiggkeit beschäftigen. Dabei  sollten  wir bedenken, dass wir nicht nur für die  Ökologie dieser Welt sondern auch für die Ökologie  unserer Herzen  Verantwortung  tragen. Die Digitalisierung  unseres  Alltags greit um sich; fast alle Menschen, denen  wir begegnen, ob alt oder jung, schauen auf ihre Handys. Wir schreiben uns kurze Nachrichten, aber leider sehr  belanglos. Tiefsinnige Gespräche werden leider immer seltener geführt. Wir sterben ab, wenn wir keine emotionalen Beziehungen mehr haben. So wie dieser Planet Schutz braucht, so brauchen auch unser Herz und unsere Seele Schutz. Im Buch der Sprüche lesen  wir: „Mehr  als  alles,  was  man  sonst  bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.“ Unser Herz zu bewahren, das sollte bei uns Christen 
Priorität haben. Wie können wir unser Herz schützen? Unsere Gesellschaft ist reich aber kühl. Unser Herz sehnt sich nach Gemeinschaft, aber meidet jede  Berührung. Wir sind bindungsunfähig geworden, aus Vorsicht verletzt zu  werden. Doch jeder Mensch ist im Leib seiner Mutter entstanden, und hat vom ersten Moment  diese  Bindung,  diese  Verbundenheit,  diese  Sicherheit gespürt. Durch die Nabelschnur ist er direkt mit der Mutter verbunden. Verbundenheit  bewahrt  unser  Herz. Umso konkreter die Verbundenheit ist, umso sicherer wird unser Herz sein. In dem Wort Verbundenheit steckt das Wort BUND. Wir  leben in einer Zeit, wo Bündnisse immer weniger gelten und Bindungen seltener geschlossen und oder wieder aufgelöst werden.  Man will sich nicht mehr binden. Weder an ein Versprechen noch an eine Person, weder an eine Verpflichtung noch an eine Institution. Das macht einsam.
Wussten sie schon, dass Einsamkeit das Risiko eines frühen Todes beinhaltet? Stärken Sie Ihre Herzensverbundenheit mit den Menschen um  sich herum und leben Sie echte Beziehung auch in der Gemeinde. Wissen Sie, warum  gemeinsame  Familienfeste so stärkend  sind? Weil sie der Spiegel von echten Beziehungen sind. Lassen Sie sich das Herz berühren von unserem  großen Gott und  haben Sie mehr Berührung mit ihm in unserer berührungsarmen  Kultur. An dieser Stelle Wachsamkeit an den Tag zu legen und nachhaltig zuleben, ist ebenso der Weg des Segens für uns, wie der Einsatz für die  bedrohte Natur. Möge uns das in der vor uns liegenden Passionszeit neu  bewusst werden und unsere Herzen ergreifen.

Ihre Parrerin Maria Theresa Rentzing