Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Zum Himmel mit dir!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Monat Mai hält einen merkwürdigen Feiertag für uns bereit: Christi Himmelfahrt: 40 Tage nach Ostern wandert er mit diesem Fest durch unseren Kalender, je nachdem wann sich im Frühjahr erstmals ein Vollmond hat blicken lassen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist dieser Tag eher unter dem Titel „Herrentag“ oder „Vatertag“ bekannt. An diesem Tag bricht ein Teil der Männer zu anspruchsvollen sportlichen Touren auf, ein anderer zu in anderer Weise anspruchsvollen Sauftouren. Gerade letztere Gruppe ist es, die einem diesen Tag verleiden kann. In den späten Nachmittags- und Abendstunden möchte man ihnen als Frau nicht mehr begegnen (als Mann übrigens auch nicht). Dabei haben wir diesen Freunden des ausgiebigen Biergenusses zwei Dinge zu danken: dieser Feiertag kommt für eine Streichung zugunsten irgendeiner Versicherung bestimmt nicht in Frage; und: das Befremden gegenüber den Exzessen der Herrentags-Partien drängt die Frage auf, was es an diesem Tag denn zu feiern gibt – für die Christen und erst recht für alle anderen.
Eine solche Frage könnte peinlich werden. Nach den Überlieferungen der Evangelien konnte man die Auferstehung Jesu für eine Art Wiederbelebung halten: er ist halt wieder da, verfügt inzwischen über die Fähigkeit abgeschlossene Räume zu betreten, ist aber auch ab und zu hungrig. Aber das war auf die Dauer kein Zustand. Darum also zum Himmel mit ihm! Frühere Generationen hatten kein Problem damit, sich das ganz buchstäblich und räumlich vorzustellen. Ob ein erdferner Punkt im Außenbereich der Galaxie wirklich ein erstrebenswerter Ort wäre, darüber musste man sich damals keine Gedanken machen. Heute mag das anders sein. Und so mag in den späten Abendstunden, wenn auch die letzte Bier- oder Schnapsleiche ihre vorläufige Ruhestätte gefunden hat, sich doch die Frage stellen: was, um Himmels willen, feiern wir da?
Leichter scheint es, von dem zu reden, was wir nicht feiern, nicht feiern brauchen, nicht feiern sollten. Christi Himmelfahrt ist kein Ereignis der Raumfahrt. Die Ausdehnung des Alls übersteigt ja in jedem Fall unser Vorstellungsvermögen, sei es nun endlich, unendlich oder endlich aber unbegrenzt. Und es wäre absurd, Christus nun an einem solche Ort, der ja nun gerade kein Ort ist, zu vermuten oder zu glauben.
Wir feiern auch nicht, dass er endlich weg ist, uns nicht mehr in die Quere kommen kann. Mag sein, dass das manchen ganz lieb ist, weil sie sich von ihm und seiner Weise, die Welt zu sehen und in ihr zu handeln, nicht in Frage stellen lassen wollen (und die ihn deshalb weit weg wünschen, durchaus auch in den Himmel).
Ob man Himmelfahrt – gar staatlich geschützt – feiern muss, sei dahingestellt. Mit diesem Fest sind uns aber – nicht nur als Christen – ein paar Dinge aufgegeben, die etwas Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, wofür so ein arbeitsfreier Tag ganz gut geeignet sein könnte.
Wenn in den Ostergeschichten von der Auferstehung Jesu die Rede ist, dann entsteht rasch der Eindruck, er sei halt wieder da; es gab da diese unliebsame Unterbrechung, aber das ist nun ausgestanden. Nun kann er weiter wirken, kann fortsetzen, womit er begonnen hatte: predigen, erzählen, heilen, helfen. Die Lehre von der Himmelfahrt Christi schließt dieses Missverständnis aus, Ostern ist kein „weiter so“, sondern der Beginn etwas völlig Neuen, was auf der Erde nicht wirklich zur Geltung kommen kann.
Menschliche Hoffnungen erschöpfen sich ja meist darin, dass es noch mal gut geht, dass es noch etwas weiter geht, dass wir noch einen Zuschlag, eine Verlängerung bekommen. So hoffen Kranke auf Genesung, die Bundesregierung auf eine lang anhaltende Konjunktur und Borussia Dortmund auf einen Meistertitel nach 2025 und wir alle auf eine weitere Erhöhung der Lebenserwartung.
Der Himmelfahrtstag soll uns aber ins Gedächtnis rufen, dass sich christliche Hoffnung damit nicht zufrieden gibt, dass Christus das Tor in eine andere Wirklichkeit aufgestoßen hat. Und wir sind gefragt, ob wir uns eine solche Hoffnung zu eigen machen wollen – oder doch damit zufrieden sein sollten, dass es hier halt noch ein Stückel weiter geht.
Natürlich ist die Rede von einer „Himmel“fahrt eine intellektuelle Zumutung. Wir wissen, dass da draußen nichts zu gewinnen ist, dass die endlosen Weiten des Alls keine Hoffnung für uns bereit halten. All zu viel sollten wir uns auf dieses Wissen allerdings nicht einbilden: wenn es um die Grundfragen des Lebens geht, woher wir kommen und wohin wir gehen und wofür es sich lohnt zu leben, da stößt unser Wissen, unsere Vorstellungskraft, unser Urteilsvermögen rasch an seine Grenzen. Der Himmelfahrtstag erinnert uns an das Unvorstellbare, bekennt seine Wirklichkeit. Wir sollten uns hüten, es nur darum für unmöglich zu halten, weil wir es uns nicht vorstellen können.
Vielleicht trinken manche ja deshalb an diesem Tag so viel: die einen, um ihr Vorstellungsvermögen zu vergrößern, die anderen, um diese Grenzerfahrung nicht so schmerzlich sein lassen zu müssen. Es geht aber auch anders, etwa mit einem staunenden Gebet zu dem, dessen Wirklichkeit wir nur erahnen können, der unseren Begrenzungen nicht unterworfen ist, den der christliche Glaube den Schöpfer des Himmels und der Erden nennt.

Ihr Pfarrer Martin Beyer

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Liebe Leserinnen und Leser,

zum wiederholten mal begeht unsere Landeskirche ein „Jahr der Taufe“. Besonders die Sonntage nach Ostern sollen als mögliche Tauffeste in den Blick genommen werden. Nun mag man solche Aktionen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt sein, weil aus allem und jedem ein „Event“ gemacht wird. Hinter diesen Bemühungen steht jedoch eine bemerkenswerte Beobachtung: Immer weniger Eltern, die selbst evangelisch sind, lassen auch ihre Kinder taufen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Die veränderte Familiensituation von alleinerziehenden Eltern oder Patchworkfamilien, Elternpaare, die darüber uneins sind, das Fehlen geeigneter Paten, das Bestreben, die Kinder selbst entscheiden zu lassen, ein allgemeiner Bedeutungsverlust von Kirchenzugehörigkeit und religiösen Fragen generell – um nur einige zu nennen.
Vordergründig stellt sich damit die Frage nach der Zukunft unserer Gemeinden, wenn immer weniger nachwachsen, denn nur ein Teil der so Herangewachsenen wird sich später für eine Taufe entscheiden. Gerade für diejenigen, denen ihre Gemeinde am Herzen liegt, ist das ein schwerer Stein auf dem Herzen. Aber es geht um mehr als das.
Im Kern geht es zuerst darum, wie wichtig es mir selbst ist, worauf mein Leben sich gründet; und ob ich es annehmen kann, dass es sich eben nicht meiner Entscheidung verdankt, sondern ein Geschenk Gottes ist – und ob ich dem in meinem Leben Rechnung tragen will.
Dann geht es natürlich darum, ob ich dies meinen Kindern weitergeben will. Sicher sind die Zeiten vorüber, wo man davon ausgehen konnte, dass die Kinder fortführen, was die Eltern begonnen haben, angefangen beim Beruf oder dem Betrieb über bestimmte Ehrenämter bis hin zur Kirchenzugehörigkeit. Aber keiner erfindet sich völlig neu; auch die selbstbewussten Menschen der Gegenwart stehen auf den Schultern ihrer Vorfahren. Und das sollte für die heranwachsende Generation auch erfahrbar sein.
Und dann geht es natürlich auch darum, die heranwachsende Generation bei der Bildung ihrer Werte und Überzeugungen nicht allein zu lassen. Mit wem nie gesprochen wurde, der kann sich für keine Sprache „entscheiden“, wer biblische Geschichten nicht kennt, dem bleibt ein großer Schatz verschlossen, mit wem nie gebetet wurde, dem fällt es viel schwerer, Vertrauen zu seinem Schöpfer und Heiland aufzubauen. Die Angst, den Kindern etwas überzustülpen, führt zu geistlichen Mangelerscheinungen. So mag ein solches „Jahr der Taufe“ Anlass sein, genau darüber noch einmal nachzudenken. Da Taufe gleichwohl nicht nur ein Kinderthema ist, wird es ab April einen entsprechenden Kurs für Erwachsene geben.

Ich freue mich auf interessante Gespräche

Ihr Pfarrer Dr. Beyer

 

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