Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit dem am Ersten Advent beginnenden Kirchenjahr wird in unserer Landeskirche eine neue Ordnung der Bibeltexte und Lieder für den Gottesdienst eingeführt. So sind jedem Sonn- und Feiertag bestimmte biblische Lesungen und Predigttexte und ein sogenanntes Wochenlied zugeordnet, die im günstigsten Fall in einer erkennbaren Beziehung zueinander stehen. Zwar sind Pfarrer und Kantoren nicht zwingend daran gebunden, aber doch gut beraten, sich in der Regel daran zu halten. Diese Ordnung soll gewährleisten, dass die biblische Botschaft in ihrer Breite im Laufe eines Jahres zur Geltung kommt. Und es soll natürlich verhindert werden, dass sich Prediger immer ihre Lieblingsstellen heraussuchen oder um anderes immer einen Bogen machen.
Diese Ordnung wird in größeren Abständen überprüft und gegebenenfalls verändert. Das ist diesmal vor allem an zwei Stellen geschehen. Zum einen wurde der Anteil von Predigttexten aus dem Alten Testament deutlich erhöht. Damit soll die Glaubenskontinuität zwischen dem Volk Israel und der Christenheit bekräftigt werden. Zum anderen wurden verstärkt Texte ausgewählt, in denen Frauen vorkommen. Natürlich sind die biblischen Texte ja nicht einfach ein getreues Abbild gesellschaftlicher und religiöser Wirklichkeit – etliche Lebensbereiche kommen gar nicht vor – aber es wurde schon lange als Mangel empfunden, dass Frauen zwar einen erheblichen Teil der Gottesdienstgemeinde stellen (und darüber hinaus auch der ehrenamtlichen Mitarbeiter), aber in den biblischen Texten eher unterrepräsentiert waren. Am Ende kommt es natürlich darauf an, dass diese Texte und Geschichten zu uns sprechen, dass sie uns erreichen – Frauen wie Männer.
Diese Veränderung stellt natürlich keine Umwälzung dar, viele würden sie von sich aus wohl kaum bemerken und hätten sie auch nicht eingefordert. Vor allem kann sie eins wohl kaum ändern: dass sich viele dieser Konfrontation mit Gottes Wort nur sporadisch aussetzen: zu hohen Feiertagen oder zu persönlichen Anlässen.
Ich finde das vor allem aus zwei Gründen schade. Der erste: Glaubensfragen gelten heute allgemein als Privatsache. Daran ist richtig, dass niemand vorgeschrieben werden kann, was er oder sie zu glauben hat. Das ist in der Tat letztlich eine Frage des individuellen Gewissens. Es ist aber nicht gleich eine Sache des persönlichen Beliebens. Wer meint, sich aus dem weltweiten religiösen Angebot einen privaten Cocktail zusammenstellen zu können, mag sich damit eine religiöse Komfortzone schaffen, dem Leben mit seinen Licht- und Schattenseiten wird er damit aber nicht gerecht. Zum christlichen Glauben, zu seinen Traditionen gehört manches, was mir sehr wichtig ist; manches, mit dem ich wenig anfangen kann und manches, dem ich widersprechen möchte. Aber ich setze mich damit auseinander – gerade mit dem, was mir nicht spontan einleuchtet. In diesen Auseinandersetzungen wächst und reift mein Glaube – nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über, nicht nur an den schönen Geschichten, sondern auch an den anderen.
Der zweite: eine Gemeinde lebt davon, dass sich viele beteiligen, dass Glaube als gemeinschaftliches Ereignis erfahrbar wird. Wo das nicht mehr geschieht, verschwindet Kirche auf Dauer – dann auch an den hohen Festtagen. Es ist riskant, darauf zu vertrauen, dass irgend jemand anderes schon dafür sorgen wird, dass dieser Fall nicht eintritt.
Darum möchte ich Sie einladen, in diese Auseinandersetzung mit der biblischen Botschaft einzutreten; sicher nicht immer, nicht jeden Sonntag – aber vielleicht etwas öfter.

Pfarrer Dr. Beyer

arrow Nach oben