Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Liebe Leserinnen und Leser,

jedes Jahr gibt es in den Kirchen eine Jahreslosung. Sie ist für viele Christen Leitvers des Jahres. Es werden Andachten, Predigten, Bibelarbeiten darüber gehalten. Sie hängt in vielen Gemeindesälen, Wohnzimmern und Pfarrämtern. Woher kommt sie?

Bereits seit 1930 gibt es für jedes Jahr ein Bibelwort als Jahreslosung. Die Vorschläge für die Jahreslosung kommen aus den 24 Mitgliedsverbänden der Ökumenischen  Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB). Jeder Verband entnimmt dem aktuellen ökumenischen Bibelleseplan zwei geeignete Bibelverse, die an der Jahrestagung der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen in vier Arbeitsgruppen diskutiert werden. Jede dieser Arbeitsgruppen legt dem Plenum schließlich zwei Vorschläge zur endgültigen Beratung vor. Am Ende dieser Beratung steht eine Einigung auf zwei Verse, die zur Abstimmung vorgelegt werden. Jahreslosung wird schließlich derjenige der beiden Verse, der die absolute Mehrheit der Stimmen erhält. Für dieses Jahr lesen wir die Jahreslosung in der Offenbarung 21 Vers 6!

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Was könnte sie mir sagen?

Ich bleibe als erstes bei dem Wort Umsonst hängen. Umsonst! Es klingt fast wie eine Provokation in unserer Zeit. Schon Kindern wird beigebracht: Du sollst nichts einfach so annehmen, schon gar nicht von Fremden! Wenn uns jemand etwas gibt, einfach so, gratis, was haben wir für Gedanken? Vielleicht solche: Ein Geschenk zu Weihnachten, das ungefähr dem Wert des erwarteten entspricht? Eine Hilfestellung gegen eine andere? Ware gegen Geldbetrag? Ist in uns der Gedanke: Ich gebe, weil du gibst? Wo wir etwas einfach so, ohne Gegenleistung bekommen, da könnte etwas nicht stimmen, da haben wir das Kleingedruckte übersehen!

Umsonst – für uns gar nicht so einfach!

Als zweites lese ich Wasser. Kaum einer sagt: Ich trinke am liebsten Wasser! Also, ich trinke am liebsten Wein! Natürlich tagsüber Tee, aber davon erzähle ich weniger. Das ist für andere sicher langweilig. Wenn ich mit Wasser komme, dann bin ich bedacht, eine Glasflasche herumzuschleppen. Denke ich weiter über Wasser, dann weiß ich, die meisten Menschen fasziniert Wasser – das Meer, die Wellen, Wasserquellen, Flüsse, Seen! Mir geht die Seele auf, wenn ich Wasser sehe! Es gibt natürlich das Wissen, um die Katastrophen in unserer Welt und schnell sind wir als Erwachsene dabei, daran zu denken. Gerade hörte ich im Radio: Uns wird das Wasser knapp werden! Die Kriege der Zukunft werden Kriege um das Wasser sein! Spart Wasser! Wir bestehen zu 80% aus Wasser… Wasser ist und bleibt das Allerwichtigste für jeden menschlichen Körper, für die Erde (die zu über 70% aus Wasser besteht), für das Leben überhaupt. Menschen der frühen Kirche haben Wasser als Symbol für die Heilige Trinität verstanden: Drei in eins wie Gott. Eins in Drei wie das Wasser: als Tropfen, als Dampf oder als Eis.

In der Jahreslosung steht auch etwas vom Durstigen. Heutzutage wird sehr darauf geachtet, dass es überall eine Möglichkeit des Trinkens gibt – in den Schulen, beim Arzt, beim Optiker, überall gibt es „kleine Trinkbrunnen“! Um welchen Durst geht es in der Jahreslosung? Es geht nicht um den körperlichen Durst, sondern um den Durst der Seele! Den Durst nach Sinn, nach Lebendigkeit, nach Liebe – nach Gott? Dieser Durst ist schwerer zu begreifen. Oft befinden wir uns in der Situation des Abhakens, wie in einem Hamsterrad. Dabei ist es wichtig, diesen anderen Durst zu erkennen und zu stillen. Es bedeutet nicht: Ich habe keine Zeit. Das muss ich auch noch tun…, sondern bewusst innhalten und erleben, durchatmen und die Quelle finden, die den Durst der Seele stillt.

Und so will mir die Jahreslosung im ersten Lesen folgendes sagen: Das Wasser des Lebens ist bei Gott umsonst. Der Einwand, der jetzt kommen könnte: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. In diesem Sprichwort kann ich gleich zwei  Fehler entdecken. Die allerbesten Sachen im Leben kosten nicht nur nichts, man kann sie auch mit keinem Geld der Welt kaufen. Und es ist auch nicht so, dass bei Umsonst keiner einen Preis zahlt. Es ist nur nicht der, dem es zu Gute kommt. In der Jahreslosung steht das Umsonst für freiwillig und nicht weil ich es muss, ganz ohne Gegenleistung. Ich lese auch etwas von Lebensdurst, der einfach da ist, egal wie das Leben verlaufen ist und was man konkret erlebt hat. Die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben, nach Sinn und Trost liegt tief in uns. Manche können diesen Durst durch den Glauben an Gottes Gegenwart und seine Liebe zu uns Menschen stillen. Die Jahreslosung kann uns bewusst machen, dass uns das Wichtigste im Leben geschenkt wird: Freunde, Liebe, Gesundheit…

Ich wünsche Ihnen, dass Sie viele Momente im Jahr erleben, wo Ihnen dieses Geschenk bewusst wird und Sie es dankbar entgegen nehmen können.

Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana

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