Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Ostern – Die Bibel berichtet, dass der Leichnam Jesu noch am Freitagabend vom Kreuz genommen und in das Felsengrab des befreundeten Josef von Arimathäa gelegt wurde. Die Grablegung musste am frühen Abend abgeschlossen sein, weil der Sabbat, der jüdische Ruhetag, anbrach. Vor dem Grab wurden Wachen aufgestellt, damit die Anhänger den Leichnam nicht entführen und behaupten konnten, er sei am Leben. Die aber waren geflüchtet und hatten sich angstvoll versteckt.
Der Tag der Grabesruhe ist der stillste Tag im Kirchenjahr. Es gibt kein Glockengeläut, keine Gottesdienste, aber schon in der Nacht zum Sonntag und in der Frühe des Ostermorgens finden in den Kirchen Feiern, Gottesdienste und Frühstücke statt. Feuer werden entfacht und gesegnet, Osterkerzen entzündet, Osterwasser geweiht, Kinder getauft und Freudenglocken geläutet. In phantasievollen Bräuchen drücken die Christen ihre Freude über die biblischen Osterberichte aus, nach denen Frauen die Auferstehung Jesu in der Morgenfrühe entdeckten. Noch heute begrüßen die Christen einander mit dem alten Ostergruß: „Der Herr ist auferstanden!“ „Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Auferstehung – Was bedeutet uns die Auferstehung? Gibt es die Auferstehung? Manch einer kann es nicht glauben, viele wollen es hoffen, erleben, daran festhalten.
Marie Luise Kaschnitz schreibt in einem Gedicht: „Manchmal stehen wir auf, stehen zur Auferstehung auf, mitten am Tag.“ (aus: dein Schweigen – meine Stimme,  Gedichte um 1962) Wer kennt das? Eine Auferstehung nicht am Ende des Lebens, sondern mittendrin. Es muss sich nicht unbedingt äußerlich etwas verändern. Es kann auch etwas Neues beginnen ganz in uns. Daraus wächst die Kraft, auszusteigen aus Verzagtheit, Traurigkeiten und einzusteigen ins Leben. Das kann ein Auferstehungswunder sein, wenn neu angefangen wird, als würde aus einer längst versiegten Quelle wieder Kraft fließen, so dass wieder Hoffnung geschöpft werden kann.
Wie kommt sie zum Fließen, diese Kraft? Ich habe die Erfahrung gemacht, „steter Tropfen höhlt den Stein“. Ein Sprichwort, was jeder kennt. Die Kraft kann aus der Übung und Wiederholung kommen. Vor Jahren habe ich mir auferlegt, zur Fastenzeit die Losung für jeden Tag zu lesen. Daraus ist eine stete Wiederholung geworden, die mir jetzt ein Bedürfnis ist. Diese kurzen Andachten am Morgen begleiten mich durch den Tag und haben das Wissen bekräftigt: Du bist nicht allein!
Gebete können Begleiter sein. Es steckt etwas in ihnen, was nicht sofort und gleich erkennbar ist. Es wird erst sichtbar, wenn man sie genauer kennt. Ihr Geheimnis und ihre Schönheit verraten sie nicht bei der ersten Begegnung. Wer tut das schon? Gebete können Begleiter sein, weil sie ihre innere Kraft erst entfalten, wenn man ihnen länger zuhört und das Herz für sie öffnet. Man versteht sie nicht gleich, sie sprechen in Rätseln, sind verschlossen wie mancher Mensch. Wenn man sich geduldig auf sie einlässt, können Freunde für´s Leben daraus werden, mit denen man Neues beginnen kann. Per Knopfdruck, schnell und sofort geht das nicht. Sie garantieren kein schnelles Erfolgsrezept. Man kann nichts erzwingen, beschleunigen oder „machen“. Es ist wie ein Geheimnis, dem man eine Chance geben muss. Vergleichen kann man es mit dem Erlernen eines Instrumentes – mit der Zeit und der Übung wächst der Klang. Dann fangen die Töne an, die Seele zu berühren. Bei einem Gebet, sind es zuerst nur Worte, mit denen man nicht so viel anfangen kann. Dann beginnen die Worte zu klingen und können die Seele in Schwingung versetzen. Wenn man das erfahren kann, fühlt man sich beglückt, manchmal gar erleuchtet. Dann wird das Wort lebendig, denn diese Worte können berühren und trösten.
In den Klöstern wird das Beten geübt. Es geschieht im Wiederholen. Ganz langsam zieht das Wort in die Seele ein und es kann sich eine Hoffnung, Wärme und ein Licht ausbreiten. Jahrhunderte sprechen Menschen Gebete und erleben daraus eine Auferstehung. Aus ihnen können mit Übung und Wiederholung innere Bilder entstehen, die etwas öffnen, was Gut werden kann. Was uns langsam vertrauen lässt und mit dem Wissen: Du bist nicht allein! Wird es lichter werden. Manche Auferstehung braucht Zeit und Übung. In diesem Vertrauen kann Ostern mitten am Tag werden.

Ihre Gemeindepädagogin

Kerstin Wrana
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Liebe Leserinnen und Leser,

zum wiederholten mal begeht unsere Landeskirche ein „Jahr der Taufe“. Besonders die Sonntage nach Ostern sollen als mögliche Tauffeste in den Blick genommen werden. Nun mag man solche Aktionen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt sein, weil aus allem und jedem ein „Event“ gemacht wird. Hinter diesen Bemühungen steht jedoch eine bemerkenswerte Beobachtung: Immer weniger Eltern, die selbst evangelisch sind, lassen auch ihre Kinder taufen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Die veränderte Familiensituation von alleinerziehenden Eltern oder Patchworkfamilien, Elternpaare, die darüber uneins sind, das Fehlen geeigneter Paten, das Bestreben, die Kinder selbst entscheiden zu lassen, ein allgemeiner Bedeutungsverlust von Kirchenzugehörigkeit und religiösen Fragen generell – um nur einige zu nennen.
Vordergründig stellt sich damit die Frage nach der Zukunft unserer Gemeinden, wenn immer weniger nachwachsen, denn nur ein Teil der so Herangewachsenen wird sich später für eine Taufe entscheiden. Gerade für diejenigen, denen ihre Gemeinde am Herzen liegt, ist das ein schwerer Stein auf dem Herzen. Aber es geht um mehr als das.
Im Kern geht es zuerst darum, wie wichtig es mir selbst ist, worauf mein Leben sich gründet; und ob ich es annehmen kann, dass es sich eben nicht meiner Entscheidung verdankt, sondern ein Geschenk Gottes ist – und ob ich dem in meinem Leben Rechnung tragen will.
Dann geht es natürlich darum, ob ich dies meinen Kindern weitergeben will. Sicher sind die Zeiten vorüber, wo man davon ausgehen konnte, dass die Kinder fortführen, was die Eltern begonnen haben, angefangen beim Beruf oder dem Betrieb über bestimmte Ehrenämter bis hin zur Kirchenzugehörigkeit. Aber keiner erfindet sich völlig neu; auch die selbstbewussten Menschen der Gegenwart stehen auf den Schultern ihrer Vorfahren. Und das sollte für die heranwachsende Generation auch erfahrbar sein.
Und dann geht es natürlich auch darum, die heranwachsende Generation bei der Bildung ihrer Werte und Überzeugungen nicht allein zu lassen. Mit wem nie gesprochen wurde, der kann sich für keine Sprache „entscheiden“, wer biblische Geschichten nicht kennt, dem bleibt ein großer Schatz verschlossen, mit wem nie gebetet wurde, dem fällt es viel schwerer, Vertrauen zu seinem Schöpfer und Heiland aufzubauen. Die Angst, den Kindern etwas überzustülpen, führt zu geistlichen Mangelerscheinungen. So mag ein solches „Jahr der Taufe“ Anlass sein, genau darüber noch einmal nachzudenken. Da Taufe gleichwohl nicht nur ein Kinderthema ist, wird es ab April einen entsprechenden Kurs für Erwachsene geben.

Ich freue mich auf interessante Gespräche

Ihr Pfarrer Dr. Beyer

 

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