Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Erster Weltkrieg – war da was?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

manchmal stutze ich darüber, dass zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und meiner Geburt wesentlich weniger Jahre vergangen sind als seit der Wende. Denn der Krieg, das war Vergangenheit, die Angelegenheit der Eltern, noch mehr der Großeltern. Wie viel mehr muss das für einen Krieg gelten, der noch viel länger zurück liegt, 100 Jahre inzwischen: den Ersten Weltkrieg? In meiner Wahrnehmung hat er zudem immer im Schatten des Zweiten gestanden, schien vergleichsweise harmlos angesichts von KZs, Holocaust, Bombenkrieg und 50 Millionen Toten. Erst später habe ich begriffen, wie viele und tiefe Spuren diese „Urkatastrophe“ Europas hinterlassen hat, wie damals Konflikte heranreiften, die noch heute bestehen.

Das Ev.-Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf nutzt die Tradition der Friedensdekade, um sich einigen Aspekten dieses Krieges und seiner Auswirkungen zu widmen. Alle Veranstaltungen, die in diesem Zusammenhang stattfinden, sind öffentlich, ohne Eintritt und richten sich nicht nur an Mitglieder der Kirchgemeinden. Dazu möchte ich Sie herzlich einladen.

Im einzelnen sind folgende Veranstaltungen geplant:

  1. Gottesdienste

11.11.  10.30 Uhr in Rabenau: Der Heilige Martin war doch auch Soldat!

18.11.  10:30 Uhr in Seifersdorf zum Volkstrauertag

21.11.  9:30 Uhr in Kreischa mit der Jungen Gemeinde: Die Jugend und der Krieg

  1. Friedensgebete an Wochentagen

12.11.  19:00 Uhr in Kreischa

13.11.  19:00 Uhr in Kreischa

14.11.  19:00 Uhr in Possendorf

  1. Weitere Veranstaltungen

16.11.  19:00 Uhr Pfarrhaus Kreischa: Vortrag und Podiumsdiskussion: Ehrenmäler – ein problematisches Erbe

Aus dem Ortsbild unserer Städte und (vor allem) Dörfer sind sie nicht wegzudenken: die Ehrenmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Oftmals sind alle Namen aufgeführt, ergänzt durch Datum und Ort, wo sie den Tod fanden (siehe dazu auch den Beitrag von Matthias Schildbach). Manche wurden nach 1990 restauriert, andere machen eher einen vernachlässigten Eindruck, manche wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört, geschändet oder beschädigt, manche sind im Laufe der Zeit zugewachsen. In jedem Fall sind sie ein Erbe, mit dem umzugehen nicht ganz einfach ist: zu den Gedenkfeiern am Volkstrauertag versammeln sich nur wenige Menschen, ästhetisch und politisch sind sie uns eher fremd geworden, tatsächlich trauern tut um die Gefallenen wohl keiner mehr. Aber die Denkmäler stehen da; sie sind ein Teil unserer Geschichte und Gegenwart. Oder kann man sie nach 100 Jahren auch abbauen, schließlich räumen wir die Gräber unserer Lieben ja auch nach 20 Jahren ab?

Auf dem Podium werden diskutieren: Prof. Helmut Heinze, Bildhauer, u.a. Schöpfer des „Chors der Überlebenden“ in der Kathedrale Coventry; Dr. Reiner Groß, ehemals Direktor des Sächsischen Staatsarchivs, Dr. Dirk Reitz, Beauftragter „100 Jahre-Ende-Erster-Weltkrieg“ des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge; Einleitung und Moderation: Pfarrer Dr. Martin Beyer

17.11.  19:00 Uhr Kirchgemeindehaus Oelsa: Filmvorführung: 14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs

2014 veröffentlichte der Filmemacher Jan Peter diese 8teilige Serie. Aus Tagebüchern und Erlebnisberichten von Zeitzeugen wurden Geschichten des Krieges erinnert und teilweise neu in Szene gesetzt. Jede Folge setzt einen anderen Schwerpunkt: Kriegsausbruch, Kriegsführung, das Leben in der Heimat, die Verletzungen, die Sexualität, die neue Rolle der Frauen, die Revolution. Gezeigt werden die Folgen „Der Abgrund“ und „Die Verwundung“

19.11.  19:00 Uhr Kirchenscheune Seifersdorf: Vortrag von Dr. Martin Beyer: Versailles und kein Ende

Mit den sogenannten Pariser Vorortverträgen von Versailles, St. Germain, Neuilly-sur-Seine, Trianon und Sèvres sollte nicht nur der Krieg beendet, der Umgang mit den besiegten Staaten geregelt, die Frage der Entschädigung für die angerichteten Zerstörungen festgelegt werden, sondern auch eine bleibende Friedensordnung geschaffen werden.

Gerade an letzterem sind die „Friedensmacher“ weitgehend gescheitert. Vielfach setzten sich die bestehenden Konflikte fort bzw. wurde der Same für neue gelegt, die zum Teil noch heute andauern. Der Vortrag geht auf Ursachen dafür ein und zeigt auf, wo diese Konflikte ihre blutige Spur bis in die heutige Zeit hinein ziehen. Gerade manche Auseinandersetzungen innerhalb der EU sind von daher gut zu verstehen – was sie nicht harmloser macht.

 

An vielen Stellen wird sich zeigen: was so lang vergangen schien, geht uns doch sehr nahe. Aber nach 100 Jahren sollte es möglich sein, die „Geister der Vergangenheit“ zu bannen.

Ihr Pfarrer Dr. Beyer