Herzlich Willkommen

im Ev.- Luth. Kirchspiel Kreischa-Seifersdorf!
Wir freuen uns über Ihren Besuch hier auf der Internetseite unseres Kirchspiels.
Unser Kirchspiel liegt südlich vor den Toren der Stadt Dresden. Zum Kirchspiel gehören seit 2007 die Gemeinden Kreischa, Oelsa, Possendorf, Rabenau und Seifersdorf. Alle Gemeinden zusammen zählen etwas mehr als 3.200 Gemeindeglieder. Damit sind wir nach Freiberg die größte Gemeinde in unserem Kirchenbezirk.
Auf unserer Internetseite erhalten Sie Einblick in die verschiedenen Gemeindebereiche. Hier können Sie sich über aktuelle Gemeindekreise, Gottesdienste und Veranstaltungen informieren. Außerdem finden Sie hier auch Zugang zur Arbeit des Freundeskreises der Kirchenmusik e.V., der unser Kirchspiel bereichert.
Schauen Sie sich um! Wir hoffen, unter den vielen Möglichkeiten und Angeboten finden Sie auch etwas, das Sie anspricht. Unter dem Menüpunkt „Kontakte“ können Sie auch direkt einen Ansprechpartner für Ihr Anliegen finden.

Ihre Pfarrerin Annette Kalettka


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

sind Sie noch in Erinnerung an Ihren Urlaub? Konnten Sie Innehalten, sich an Augenblicken ergötzen und das Leben genießen? Die Fülle, die uns umgibt, mit Freude betrachten und dankbar sein? Es gehört ein wenig Übung dazu, dankbar zu sein, denn es liegt viel Demut darin. Und Demut, wenn ich ehrlich bin, passt nicht in unsere Welt. Es herrscht eine verzehrende Lust nach immer mehr. Es ist uns sicher allen bewusst, dass Kontrolle und Bescheidenheit, Dankbarkeit und Demut angebrachter wären. Könnten wir das nicht besser und nachhaltiger üben? Wo lernen wir das, wie und wann?

Das Erntedankfest bietet eine Antwort. Die Erntegaben vor dem Altar. Wenn auch für viele dieses Fest sicherlich ein recht altbackenes Ritual ist, bei dem sich fromme Gemüter um ein paar Knollen versammeln, ist die Botschaft des Erntedankfestes immer noch aktuell. Beim Erntedankfest danken die Menschen für alles, was sie im vergangenen Jahr empfangen haben. Für physische Gaben wie Brot, Korn, Trauben, verschiedene Gemüse oder Produkte aus der ansässigen Industrie. Aber es wird auch für zwischenmenschliche Beziehungen, Gesundheit oder die Möglichkeit zu arbeiten gedankt.

Die Fähigkeit zu danken setzt ein feines Gespür für die eigenen Lebenszusammenhänge voraus. Sie erfordert ein hohes Maß an Bewusstsein dafür, dass das Leben in seiner ganzen Fülle nicht der Verdienst der Menschen ist. Das Leben ist alles andere als selbstverständlich, in seinen glücklichen wie auch in seinen unglücklichen Stunden. Danken setzt die Erkenntnis voraus, dass man sich die wichtigsten Dinge im Leben nicht verdient hat. Leben wird geschenkt, nicht gemacht. Gerade auch in einer satten Welt kann Erntedank zeigen, dass Produktivität und Wohlstand nicht allein der Erfolg des Einzelnen sind.

Das Fest will zeigen, dass jeder Schritt des Lebensweges in Abhängigkeit steht – von anderen Menschen, von höheren Mächten, von Gott. Im Matthäusevangelium heißt es: „Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch.“

So haben auch diejenigen, die nicht viel leisten können, eine Verheißung. Die Erntegaben werden nicht nach Leistungseinsatz verteilt, sondern gelten als ein Geschenk aus der Schöpfung und dafür können wir dankbar und demütig sein.

Nur was bringt das Innehalten in Dank und Demut? Demut hat meiner Meinung nach nichts mit einem kurzzeitigen Innehalten zu tun. Nicht die kurzfristige Reaktion auf die reiche Ernte ist gemeint, nicht das Innehalten im Augenblick des Glücks oder vielleicht auch im Angesicht des Scheiterns. Wenn Dankbarkeit eine tägliche Übung werden soll, dann ist die Grundhaltung gemeint. Was mir zukommt, das nehme ich mit Dank entgegen, das Gute wie das Schlechte. Das Gefühl des Triumphes oder der Niederlage stellt sich nicht ein, wenn man versteht, dass das Leben, nicht verdient ist. Dann kann man dankbar und demütig sein oder werden für das Leben allgemein, für ein Kind, für die Liebe, für das Ende eines erfüllten Lebens. Und dann wird es mehr als ein kleines Dankeschön und Ernte-Dank mehr als ein Sonntag im kommenden Herbst.

Ihre Gemeindepädagogin Kerstin Wrana

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