Wiedereröffnung der Kreischaer Kirche zum Erntedankfest, Spendenstand

Altarraum (Foto: Andreas Werner)

Wir haben Sie wieder!

Nach einem Jahr Bauzeit ist es geschafft.

Unsere Kirche erstrahlt in einem neuen Licht – und das nicht nur sprichwörtlich. Man sieht und spürt es sofort, wenn man das ehrwürdige Gotteshaus betritt. Die Helligkeit, die Frische, ein wenig vermischt mit den noch nicht ganz verflogenen Gerüchen frischer Farbe und Holzbeize. Sie nimmt den Besucher sofort ein.

Am Sonntag, den 13. September, wurde unsere Kirche in einem Festgottesdienst von der Gemeinde und den Menschen im Ort wieder übernommen. Es war keine Einweihung, denn sie war ja nie „entweiht“ worden, so Pfarrer Beyer in der Feststunde. Vielmehr war es eine freudige Übernahme nach einem Jahr Planung, Baustress und kompromisshaften Gemeindeleben. Der Erntedankgottesdienst 2019 war der letzte in der Kirche gewesen. Der 2020er der erste.

Was noch bevorsteht, ist die Vollendung der Orgelsanierung, die bald zu erwarten ist. Eine große Aufgabe wird es sein, die noch ausstehenden 45.000 Euro aufzubringen, die die Kirchgemeinde aus eigenen Mitteln bestreiten muss. Hier sind Ideen und Innovation gefragt. Die Sanierung kostete endlich stattliche 350.000 Euro. Dafür wurde aber auch nicht gekleckert, sondern geklotzt:

Das gesamte Lichtkonzept wurde neu überarbeitet. Die Elektriker taten das ihre, um mit neuen Installationen den Altarraum besser auszuleuchten. Vor allem fallen die angenehmen Farbtöne der Kirchenbänke auf. Der dunkle Farbanstrich wurde entfernt und mit ihrer angenehmen honigfarbenen Tönung wirken sie nun viel einladender. Beinah größer wirkt die Kirche nun. Weiter, heller und wärmer.

Die Wasserschäden an der Kassettendecke wurden fachmännisch unter dem wachsamen Auge der Denkmalpflege entfernt. Die farblichen Zierelemente an den Adelslogen behutsam restauriert und die Wandfarben, die Bemalung von Kreuzgewölbe und dem großen Bogen zwischen Altarraum und Kirchenschiff vollführt. Der Zugang zum Altarraum wurde behindertengerecht gestaltet, so dass jeder am Abendmahl teilnehmen kann.  Der Altarraum wurde erweitert, so dass ein sehr großer Raum geschaffen wurde.

Außen wurden frische Sandsteinplatten an den historischen Grabepitaphen verlegt und unter der Zscheckwitzloge ein Lapidarium – eine Steinsammlung von alten Grabsteinfragmenten – präsentiert.

Als die ersten deutschen Siedler in unser Gebiet kamen, war die Kirche das erste Gebäude am Ort, das errichtet wurde. Unsere Kirche fand ihre Anfänge wohl im 12. Jahrhundert. Es wird eine schlichte, erst hölzerne, später steinerne Kapelle gewesen sein. Nach und nach wurde sie erweitert, umgebaut und vervollkommnet. Die Jahreszahlen über dem Kirchenportal zeigen uns heute Jahre großer Umbauten an: 1514, 1616 und 1749, als der Kirchturm seine heutige Erscheinungsform bekam.

Die letzte größere Sanierung erfuhr die Kirche 1991/1992. Nach einer großzügigen Spende von Rudolf Presl konnten unter der damaligen Pfarrerin Frau Woldt Dach, Fassade und Innenräume repariert und saniert werden. Der Haupteingang bekam eine Rollstuhlrampe. Jahrhundertealte Grabplatten wurden aus dem Altarraum geborgen und an den Aussenfassaden aufgestellt. Wenige Jahre später wurde noch der Glockenstuhl neu gemacht.

Unsere Kirche ist das Erbe, was uns unsere Vorfahren hinterließen. Sie ist das älteste Gebäude Kreischas. Natürlich, sie ist das Zuhause der christlichen Gemeinde. Doch allen Kreischaern ist sie  anvertraut, Christen wie Atheisten. Wir sollten sie bewahren für die, die nach uns kommen werden. Sie ist Symbol für unseren Ort, ein unverkennbares Erkennungszeichen.

Und so war denn das Gotteshaus auch gut gefüllt an diesem Sonntag, den 13. September. Alle waren sie gekommen, die Kirchgemeindemitglieder, deren Vertreter, der Bürgermeister, die Architekten, jung und alt, auch von außerhalb. Beim anschließenden Kirchenkaffee im Pfarrhaus konnten man es im Gespräch erfahren und erleben. Der Tenor war einstimmig: schön ist sie geworden, unsere Kirche! Ganz neu und trotzdem unsere alte, vertraute Kirche. Es ist gelungen, ihren Charakter zu bewahren, ihre vertraute Einzigartigkeit. Wir können sie den Gästen und Fremden voller Stolz herzeigen.

Sie lädt ein zum Gebet, zum Innehalten. Zum Ruhe finden, bewundern, betrachten und

nahezu eintausend Jahre Geschichte erleben. (13.10.2020)

Matthias Schildbach


Sanierungskosten und Spendenstand

Den vorgesehenen Kostenrahmen werden wir nicht einhalten können. Von daher bitten wir weiterhin und verstärkt um Spenden.

Für Spenden können Sie folgende Bankverbindung nutzen: Kassenverwaltung Pirna, IBAN DE11 3506 0190 1617 2090 27, Zahlungsgrund: RT 0884 Kirche Kreischa

Dr. Martin Beyer

arrow

Nach oben


Gesamkosten Innensanierung Kirche: 415.763,17 €
Aktueller Spendenstand am 24.11.2020
arrow

Nach oben


Bilder von den Bauarbeiten
Wiedereinbau der Glasfenster
arrow

Nach oben

Auf dem Gerüstboden
arrow

Nach oben

Rollstuhlfahrer-Rampe, Blick zum Chor
arrow

Nach oben

Unterbeton im Chor
arrow

Nach oben

die neuen Stufen zum Chor
arrow

Nach oben

Die aufgearbeiteten Bänke stehen schon bereit
arrow

Nach oben

Der Altar wurde zum Schutz vor Staub eingehaust
arrow

Nach oben

Die ausgebauten Fußbodenplatten werden zum Wiedereinbau zwischengelagert
arrow

Nach oben

Die Kirchenbänke wurden zu Aufarbeitung demontiert, der schadhafte Putz abgeschlagen
arrow

Nach oben

Der Altarraum soll vergrößert werden, dazu wurden die Fußbodenplatten aufgenommen
arrow

Nach oben